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Beschreibung für Blinde

Kampagnenfilm "Angst lähmt" von Pro Infirmis

Eine Tür öffnet sich. Ein Mann im Rollstuhl verlässt einen Wohnblock. Auf seinem Schoss sitzt merkwürdigerweise ein junger Mann, der sich am Gelähmten festklammert. Sie rollen gemeinsam durch die Wohnsiedlung und weiter Richtung Stadtzentrum.
Sie nähern sich einem Lift. Der junge Mann auf dem Schoss des Rollstuhlfahrers ist stark angespannt. Der Fahrstuhl öffnet sich. Der Mann blickt eingeschüchtert in den Lift. Der Rollstuhlfahrer nickt dem Gefährten auf seinem Schoss aufmunternd zu. Es folgt eine kurze Abfolge von schnellen Bildschnitten im Lift. Sie zeigt die Gefühlswelt des jungen, verängstigten Mannes.

Sie gelangen zum Perron einer S-Bahn. Viele Menschen bewegen sich auf dem Perron, steigen ein und aus. Der Rollstuhlfahrer will gerade in die S-Bahn rollen, da legt der Mann auf dem Schoss ebenfalls seine Hand auf die Rollstuhlräder und stoppt diesen. Kopfschütteln, Panik. Er kann unmöglich einsteigen. Im Gesicht des Rollstuhlfahrers zeigt sich Verständnis. Die Strassenbahn fährt los – ohne die beiden Männer.

Sie rollen weiter über den Gehsteig. Im Hintergrund rauschen Autos auf der Autobahn durch das Bild. Der Rollstuhlfahrer schiebt sich und den Mann auf seinem Schoss mit viel Kraft bis zu einem Fussgängerstreifen.

Die Ampel zeigt grünes Licht. Auf der anderen Strassenseite setzt sich eine grosse Menschenmenge in Bewegung. Die Leute überqueren die Strasse. Der junge Mann kann kaum atmen. Herzrasen. Er wendet sich von der entgegenkommenden Menschenmenge ab. Der Mann im Schoss duckt sich hilflos in die Umarmung des Rollstuhlfahrers. Sie bleiben auf der Strasse stehen, bis alle an ihnen vorbei sind.

Sie fahren in zügigem Tempo weiter, quer durch die Stadt. Der Rollstuhlfahrer blickt konzentriert nach vorne, hält mit kräftigen Armbewegungen das Tempo aufrecht.

Sie fahren in einen Supermarkt. Der Mann auf dem Schoss blickt in den Gang zwischen zwei hohen Gestellen. Erneut packt ihn Panik. Die Gestelle bewegen sich wie bei einem Erdbeben. Gegenstände stürzen zu Boden. Flaschen zerbrechen. Verzweifelt hält er sich am Hals des Rollstuhlfahrers fest. Er schliesst die Augen, senkt den Kopf. Schnitt. Die zerbrochenen Flaschen und das Chaos sind verschwunden. Es wird klar: Die zitternden Regale hat es nur in der Vorstellung des jungen Mannes gegeben.

Szenenwechsel zur Supermarktkasse. Der Rollstuhlfahrer greift nach der Tasche mit den Einkäufen. Er übergibt sie seinem verängstigten Gefährten auf dem Schoss. Erleichterung setzt ein. Wir sehen ein symbolisches Bild: Dem jungen Mann wird eine Plastiktüte über seinem Kopf entfernt. Aufatmen. Sie verlassen den Supermarkt.

Der Rollstuhlfahrer schiebt die beiden durch die Stadt zurück nach Hause. Im Rollstuhl bringt er sich und den Gefährten durch die Eingangstüre des Wohnblocks. Sie machen vor einer Wohnungstüre Halt und blicken sich an.

Die Kamera zeigt in einer Nahaufnahme die Füsse des jungen Protagonisten. Sanft setzen sie auf dem Boden auf. Er steht auf. In seinen Armen hält er die Einkäufe. Die beiden Männer schauen sich an. Erleichterung. Dankbarkeit.

Der Rollstuhlfahrer rollt langsam los und blickt nochmals über seine Schulter zurück. Sie lächeln sich zu. Der Rollstuhlfahrer verlässt den Wohnblock. Der junge Mann betritt mit den Einkäufen seine Wohnung, schliesst langsam die Türe. Geschafft!

Es folgt eine Texteinblendung:
Angst lähmt.
800'000 Menschen in der Schweiz leiden an Angststörungen. Reden wir darüber.
Pro Infirmis.
 

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