Die Gründung

Am 31. Januar 1920 konstituiert sich in Olten im Rahmen der 1. Generalversammlung die Schweizerische Vereinigung für Anormale SvfA:

"Die neue Vereinigung hat zum Zweck, die Bestrebungen der einzelnen, der Pflege und Fürsorge körperlich und geistig Anormaler sich widmenden Vereine und Institutionen zu unterstützen und in wirksamer Weise im Volk und bei den Behörden zu Geltung zu bringen". (aus den 1. Statuten)
 

Das Netz der Beratungsstellen

Ab 1929 werden in der ganzen Schweiz Beratungsstellen eröffnet.

Als "eine der dringendsten nächsten Aufgaben" nennt die Vereinigung "die Schaffung eines Netzes von Fürsorgestellen in der ganzen Schweiz".

1943 führt  Pro Infirmis 11 "Fürsorgestellen". Heute gibt es rund 50 Pro-Infirmis-Beratungsstellen in allen Landesteilen.

 

Öffentlichkeitsarbeit und neue Sichtweisen

1934 wird die "Kartenspende" eingeführt, um Notlagen von Menschen mit Behinderung zu lindern und praktische Hilfe zu finanzieren. Das erste Logo wird entworfen.

1935 wird der  Name "Pro Infirmis“ angenommen.

1939 präsentiert  Pro Infirmis ihre Anliegen an der Landesausstellung und stellt dabei die Leistungen von Menschen mit Behinderung in den Mittelpunkt.

1940 erhält Pro Infirmis die ZEWO-Marke (Zentralauskunftsstelle für Wohlfahrtsunternehmen) als gemeinnütziges Werk.
 

In dunkler Zeit für Menschlichkeit

1942

Die erste Nummer der Pro-Infirmis-Zeitschrift erscheint und wendet sich gegen die im Dritten Reich ausgelöste Kampagne zur "Tötung unwerten Lebens".

 

Meilensteine für Menschen mit Behinderung

1960

Das Eidgenössische Invalidenversicherungsgesetzes IVG tritt am 1. Januar in Kraft. Hauptziel ist die (Wieder-)Eingliederung der Versicherten ins Erwerbsleben.
 

1966

Das Bundesgesetz über Ergänzungsleistungen zur AHV und IV (ELG) tritt in Kraft. An Pro Infirmis werden Beiträge zur "Finanzierung von Leistungen zugunsten Invalider" ausgerichtet, heute "Finanzielle Leistungen an Menschen mit Behinderung" (FLB).
 

1975

Die Vollversammlung der Vereinten Nationen beschliesst die Resolution Nr. 3447 über die Rechte behinderter Menschen.
 

1981

Internationales UNO-Jahr des Behinderten. Motto: "Full Participation and Equality".

Pro Infirmis ersetzt das Signet "Der angekettete Flügel" durch das Logo "Der Mensch im Mittelpunkt".
 

Unterwegs zur Inklusion

1983

Pro Infirmis lanciert das Pilotprojekt "Bildungsklub für geistig Behinderte" (Erwachsenenbildung für Menschen mit geistiger Behinderung).

1987

Die erste Pro-Infirmis-Wohnschule wird gegründet.

1993

Im Rahmen einer Fachtagung entwirft Pro Infirmis die Grundzüge der Assistenzdienste für ein selbstbestimmtes Leben.

1995

Pro Infirmis beginnt sich für die Gleichstellung behinderter Menschen einzusetzen.
 

1999

Pro Infirmis gründet die Stiftung "Profil ‒ Arbeit & Handicap".

2000

Pro Infirmis lanciert unter dem Titel "Wir lassen uns nicht behindern" den ersten Teil einer viel beachteten Image- und Plakatkampagne.

2003

Pro Infirmis unterstützt gemeinsam mit anderen Organisationen die Volksinitiative "Gleiche Rechte für Behinderte". Obwohl die Volksinitiative scheitert, kann die monatelange Medienpräsenz als Erfolg gewertet werden. Durch das Festhalten an der Volksinitiative werden Verbesserungen beim Behindertengleichstellungsgesetz erreicht.

2004

Das Bundesgesetz zur Beseitigung der Benachteiligungen von Menschen mit Behinderungen (Behindertengleichstellungsgesetz; BehiG) tritt in Kraft.

Pro Infirmis öffnet die Sozialberatung auch für Menschen mit psychischer Beeinträchtigung.

2006

Pro Infirmis bietet die Dienstleistung "Begleitetes Wohnen" erstmals auch für psychisch beeinträchtigte Menschen an.

2013
Die Pro-Infirmis-Kampagne „Wer ist schon perfekt? Kommen Sie näher“ findet weltweite Beachtung.

2014
Die Schweiz ratifiziert die UNO-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderung.

2015
Pro Infirmis eröffnet das "Büro für Leichte Sprache" in Zürich.

2017
Pro Infirmis eröffnet das "Bureau francophone de traduction en langage simplifié" in Fribourg.

Historisches Archiv

Pro Infirmis führt ein Historisches Archiv, das Interessierten für Forschungs- und Studienzwecke zugänglich ist. Besuch nur nach Voranmeldung. 


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