Zusammenfassung der Studien-Ergebnisse
in Leichter Sprache

Glossar mit schwierigen Wörtern

 

Wir haben ein Glossar mit schwierigen Wörtern gemacht.
Die Wörter, die im Glossar stehen,
sind in der Zusammenfassung unterstrichen.
Sie finden das Glossar hier unten auf der Seite.

 

Wer hat diese Studie gemacht?

 

Die Firma Grünenfelder Zumbach hat die Studie gemacht.
Das Thema der Studie war:
Inklusion von Menschen mit Behinderungen in der Schweiz.
Pro Infirmis hat den Auftrag für diese Studie gegeben.

 

Was war das Wichtigste bei dieser Studie?

 

Das Wichtigste bei dieser Studie war:
Die Meinung von Menschen mit Behinderungen
zum Thema Inklusion.

 

Was ist speziell an dieser Studie?

 

Im Jahr 2023 haben wir diese Studie
zum ersten Mal in der Schweiz durchgeführt.
Es war die erste Studie über Inklusion in der Schweiz,
bei der Menschen mit Behinderungen befragt wurden.

Menschen mit Behinderungen wurden zum Beispiel gefragt:

  • Welche Herausforderungen haben Sie?
  • Was ist Ihre Meinung?
  • Können Sie überall in der Gesellschaft teilhaben?

Das haben wir auch dieses Mal gemacht.
So können wir die Ergebnisse der neuen Studie
mit denen der ersten Studie vergleichen.

 

Pro Infirmis will die Studie auch in Zukunft durchführen.
Langfristig soll die Studie zeigen:

  • Gibt es in der Schweiz Entwicklungen
    bei der Inklusion von Menschen mit Behinderungen?
  • Wenn ja, welche Entwicklungen gibt es?

 

Wie haben wir diese Studie gemacht?

 

Wir haben Menschen mit Behinderungen in der Schweiz Fragen gestellt.
Wir haben ihnen Fragen zu 10 Lebens-Bereichen gestellt.

Der Fragebogen wurde unter anderem auch in Zusammenarbeit mit
Menschen mit Behinderungen entwickelt und ist barrierefrei.

 

Es haben 2207 Personen an der Studie von diesem Jahr teilgenommen.

Sie haben in diesem Zeitraum teilgenommen:
vom 13. Oktober 2025 bis zum 24. Februar 2026.
Die Personen sind zwischen 16 und 64 Jahren alt.
Sie leben in verschiedenen Orten der Schweiz.

Hier können Sie eine Zusammenfassung der Studien-Ergebnisse lesen:

Das Leben von Menschen mit Behinderungen
in der Schweiz ist immer noch stark eingeschränkt

 

4 von 5 Menschen mit Behinderungen in der Schweiz
fühlen sich stark eingeschränkt.
Sie fühlen sich in mindestens einem von 10 Lebens-Bereichen
stark eingeschränkt.

 

Die meisten Personen fühlen sich in diesen Bereichen
am meisten eingeschränkt:

  • Politik
  • Arbeit
  • Mobilität
  • Freizeit

 

Politik

 

Die meisten Menschen mit Behinderungen
können an Wahlen und Abstimmungen teilnehmen.
Aber es gibt dabei immer wieder Barrieren für sie.

Vor allem beim Zugang zu Informationen.
Und beim Ausfüllen der Unterlagen.

 

Knapp 3 von 4 Personen fühlen sich nicht genug
von der Politik vertreten.

 

Auch die aktive politische Mitwirkung ist für viele schwierig.
Mehr als die Hälfte der Betroffenen findet:
Es ist für sie schwieriger, sich für ein politisches Amt zur Wahl zu stellen.
Schwieriger als für Menschen ohne Behinderungen.

 

Arbeit

 

Eine grosse Mehrheit der Personen mit Behinderungen glauben:
Sie haben nur wenig Chancen,
dass sie eine Stelle auf dem ersten Arbeits-Markt finden.

 

Viele sagen:
Es gibt vor allem zu wenig Unternehmen,
die Menschen mit Behinderungen einstellen wollen.

 

Sie sagen auch:
Es gibt zu wenig Stellen,
wo sie mit ihrer Behinderung arbeiten können.
Das ist eine grosse Einschränkung für sie.

 

Die Studie hat auch gezeigt:
Die Benachteiligung findet vor allem
beim Zugang zum ersten Arbeits-Markt statt.
Also bei der Bewerbung um eine Stelle.

Von Diskriminierung im Arbeits-Alltag berichten die Personen weniger.
Aber trotzdem erlebt eine von 5 Personen mit einer Stelle
im ersten Arbeits-Markt Diskriminierung im Arbeits-Alltag.

 

Mobilität

 

Menschen mit Behinderungen fühlen sich immer noch
eingeschränkt in der Mobilität.
Sie fühlen sich eingeschränkt, wenn sie den öffentlichen Verkehr nutzen.

Zum Beispiel:

  • Weil Perrons oder Plattformen nicht die richtige Höhe haben.
    Sie können dadurch nicht gut einsteigen oder aussteigen.
  • Weil es laut und stressig ist.
  • Weil andere Fahrgäste keine Rücksicht nehmen.

Knapp die Hälfte der Betroffenen fühlt sich auch stark eingeschränkt,
wenn sie ein Motor-Fahrzeug nutzen wollen.
Das verstärkt die Einschränkungen in der Mobilität noch mehr.

 

Freizeit-Gestaltung

 

2 von 5 Menschen mit Behinderungen fühlen sich
in diesen Bereichen stark eingeschränkt:

  • Kultur
  • Sport
  • Freizeit

Vor allem bei der aktiven Teilnahme an Aktivitäten
stossen Menschen mit Behinderungen auf Barrieren.
Rund die Hälfte der Betroffenen fühlt sich dabei eingeschränkt.

Das heisst:
Sie können nicht problemlos an Freizeit-Aktivitäten teilnehmen.
Zum Beispiel Theater spielen, in einem Chor singen oder malen.
Oder im Fitness-Center oder bei einem Vereins-Training.

 

Bildung

 

2 von 3 Menschen mit Behinderungen fühlen sich eingeschränkt,
wenn es um ihre Bildung geht.
Besonders betroffen sind Menschen,
die eine separative Bildung hatten.
Oder die keine Möglichkeit zu einer Ausbildung hatten.

 

Viele Personen sagen,
dass sie sich bei der Bildung eingeschränkt fühlen.
Egal, welche Bildung sie hatten.

 

Deshalb denken wir:
Es gibt schon früh im Schul-System Barrieren.
Und die Barrieren bleiben dann über den ganzen Bildungs-Weg da.

 

Wohnen

 

Die meisten Menschen mit Behinderungen sind zufrieden
mit ihrer Wohnsituation.
Sie fühlen sich fast nichteingeschränkt.

 

Bei der Suche nach einer Wohnung sieht es schlechter aus.
Mehr als die Hälfte der Personen sagt:
Ich fühle mich eingeschränkt
bei der Suche nach einer passenden Wohnung.
Eine passende Wohnung wäre eine Wohnung,
die an die Bedürfnisse von Menschen mit Behinderungen angepasst ist.
Zum Beispiel eine rollstuhlgängige Wohnung.

 

Die meisten dieser Menschen sagen:
Sie haben nichtgenug Geld für eine passende Wohnung.
Und es gibt nichtgenug passende Wohnungen.

 

Soziale Beziehungen

 

Auch im Bereich Soziale Beziehungen fühlen sich
viele Menschen mit Behinderungen eingeschränkt.
Etwa 1 von 3 Personen findet es schwierig,
Freundschaften zu schliessen.
Und Freundinnen oder Freunde zu behalten.
Oder eine Partnerschaft zu haben.

 

Die betroffenen Personen sagen:
Es gibt zu wenig Möglichkeiten für sie,
Beziehungen zu knüpfen und zu pflegen.
Und sie haben Angst,
dass sie für andere Menschen eine Belastung sind.

 

Rechts-System

 

Jede 4. Person mit Behinderungen fühlt sich eingeschränkt:

  • in ihrer Rechts-Fähigkeit
  • in ihrer Handlungs-Fähigkeit

Diese Personen sagen:
Ich glaube, dass ich nicht die gleichen Rechte habe
wie Menschen ohne Behinderungen.
Und sie finden:
Es gibt zu wenig rechtliche Beratungs-Stellen
für Menschen mit Behinderungen.

 

Gesundheits-System

 

Jede 4. Person mit Behinderungen
fühlt sich im Gesundheits-System diskriminiert.
Zum Beispiel bei Arzt-Besuchen oder im Spital.

 

3 von 4 Betroffenen sagen:
Das medizinische Personal nimmt meine Anliegen nicht ernst.

 

Fast die Hälfte der Betroffenen sagt:
Das medizinische Personal geht zu wenig auf meine Bedürfnisse ein.

 

Kommunikation und Information

 

Am wenigsten eingeschränkt fühlen sich Menschen mit Behinderungen
im Bereich Kommunikation und Information.

 

Nur ein kleiner Teil der Menschen mit Behinderungen sagt:
Ich fühle mich stark eingeschränkt, wenn ich mich informieren will.
Zum Beispiel über Aktionen im Supermarkt
oder über das Tages-Geschehen.
Oder wenn ich mit Behörden kommunizieren will.

 

Es gibt aber immer noch Barrieren.
Vor allem beim Zugang zu Informationen.
Und in der Kommunikation mit Behörden.
Die Barrierefreiheit ist in diesem Bereich noch nicht genug umgesetzt.

 

Fast keine Verbesserung in den letzten 3 Jahren

Die Studien-Ergebnisse zeigen:
Menschen mit Behinderungen fühlen sich in der Schweiz
heute fast gleich eingeschränkt wie vor 3 Jahren.
Man sieht an den Ergebnissen:
Die gesellschaftliche Teilhabe von Menschen mit Behinderungen
hat sich nicht wirklich verbessert.

 

4 von 5 Menschen mit Behinderungen fühlen sich immer noch
in mindestens einem Lebensbereich stark eingeschränkt.

 

Die eigene Gesamt-Einschätzung ist positiver

Am Schluss des Fragebogens konnten die Teilnehmenden
eine allgemeine Einschätzung zu ihrer Inklusion abgeben.
Die genaue Frage war:
«Haben Sie das Gefühl:
Die Gesellschaft akzeptiert Sie mit Ihrer Behinderung?
Die Gesellschaft behandelt Sie gleichberechtigt?»

 

Die Antworten auf diese Fragen waren positiver
als die Antworten bei den einzelnen Lebens-Bereichen.
Die Antworten bei den einzelnen Lebens-Bereichen zeigen:
Es gibt kaum Veränderungen bei den Einschränkungen.
Die Betroffenen fühlen sich im Alltag noch fast gleich eingeschränkt.

 

Warum ist die Gesamt-Einschätzung zur Inklusion positiver?
Das kann verschiedene Gründe haben.
Vermutlich liegt es an der Art, wie man ein Thema anschaut:

  • ob man einen einzelnen Lebens-Bereich genau anschaut
  • oder ob man allgemein das ganze Leben anschaut

Ausserdem ist Inklusion als Thema in der Gesellschaft heute bekannter.
Mehr Leute wissen, was Inklusion ist.
Und dass Inklusion wichtig ist.
Das kann auch ein Grund für die positivere Gesamt-Einschätzung sein.

Glossar

 

Ein Glossar erklärt schwierige Wörter.

 

Auswertung

Wir fassen am Ende der Umfrage alle Antworten zusammen.
Dann machen wir eine Statistik aus allen Antworten.
Das ist die Auswertung.

 

Beziehungen knüpfen

Beziehungen knüpfen bedeutet: Menschen kennenlernen und Beziehungen anfangen.

 

Beziehungen pflegen

Beziehungen pflegen bedeutet: Schauen, dass eine Beziehung gut bleibt.
Man kann eine Beziehung pflegen, wenn man sich häufig trifft oder miteinander spricht.

 

eingeschränkt

Wenn man eingeschränkt ist, kann man etwas nicht so gut machen.
Eingeschränkt bedeutet auch: Es gibt Barrieren oder Grenzen für mich.

 

erster Arbeits-Markt

Im ersten Arbeits-Markt gibt es keine geschützten Arbeits-Plätze.
Der erste Arbeits-Markt heisst auch der «reguläre Arbeits-Markt».

 

diskriminiert werden

Diskriminiert werden bedeutet: Man wird anders behandelt, weil man anders ist als die anderen Menschen.
Zum Beispiel: Weil man eine Behinderung hat, wird man anders behandelt als Menschen ohne Behinderung.

 

Handlungs-Fähigkeit, handlungs-fähig

Handlungs-Fähigkeit bedeutet: Es können Rechte und Pflichten entstehen, wenn man etwas macht.
Zum Beispiel: Wenn ich im Laden etwas kaufe, muss ich es bezahlen.

Nicht alle Menschen sind voll handlungs-fähig.

 

Inklusion

Inklusion bedeutet: Alle Menschen gehören dazu.
Niemand wird ausgegrenzt.

 

inklusiv

Wenn etwas inklusiv ist, heisst das: Alle können mitmachen.
Alle gehören dazu. Niemand wird ausgegrenzt.

 

Mobilität

Mit «Mobilität» ist gemeint: Wie Menschen von einem Ort zum andern kommen.
Zum Beispiel wie sie von zu Hause zur Arbeit kommen.

 

Rechts-Fähigkeit, rechts-fähig

Rechts-fähig heisst, dass man Rechte und Pflichten haben kann.
Alle Menschen sind rechts-fähig.
Zum Beispiel: Jedem Menschen kann etwas gehören. Das ist ein Recht.

 

separative Bildung

separative Bildung bedeutet: Diese Angebote sind speziell für Menschen mit Behinderung gemacht.
Nur Menschen mit Behinderung nutzen diese Angebote.

 

Tages-Geschehen

Das «Tages-Geschehen» ist, was in der Schweiz und auf der Welt jeden Tag passiert.
Die Nachrichten und die Zeitungen berichten über das Tages-Geschehen.

 

vertreten

Jemanden vertreten heisst hier, für die Interessen von dieser Person
oder diesen Personen sprechen. Politiker und Politikerinnen vertreten in der Politik das Volk.
Sie vertreten also die Menschen, die sie gewählt haben.

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