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Netzwerk «Inklusive Arbeitgeber» ist lanciert

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Der Kick-off des Netzwerks «Inklusive Arbeitgeber» setzte ein starkes Zeichen für Arbeitsmarkt-Inklusion.

Rund 100 Vertreter*innen aus Wirtschaft, Politik, Verwaltung und Institutionen haben sich letzte Woche im Atrium der Zürcher Kantonalbank (ZKB) zum offiziellen Kick-off des neuen Netzwerks «Inklusive Arbeitgeber» versammelt. Pro Infirmis Zürich ist im Netzwerk sowie im Beirat vertreten und gestaltete einen Teil des Kick-Off Anlasses mit. Das Netzwerk setzt sich dafür ein, dass Arbeitskräfte mit Behinderungen oder einer gesundheitlichen Beeinträchtigung auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt erfolgreich Fuss fassen. Durch den Abbau von Barrieren und das Schaffen von Chancen soll ein Beitrag zu einem inklusiven Arbeitsmarkt geleistet werden.

Der Anlass zeigte eindrücklich, wie gross das Potenzial von Menschen mit Behinderungen für den Arbeitsmarkt ist – und wie wichtig Zusammenarbeit, Mut und strukturelle Veränderungen für echte Inklusion sind.

Ein starkes Bekenntnis aus Wirtschaft und Politik

Saphir Ben Dakon, Expertin für Kommunikation und Inklusion, führte durch den Anlass. Mario Crameri, Mitglied der Generaldirektion der ZKB, betonte in seinem Grusswort die «Barrieren in den Köpfen», die es abzubauen gelte. Seine drei Wünsche an die Arbeitgebenden: Das Potenzial von Menschen mit Behinderungen erkennen, Inklusion als Erfolgsfaktor verstehen und das Netzwerk aktiv unterstützen.

Nationalrat Philipp Kutter (Die Mitte, Kanton Zürich) unterstrich die gesellschaftliche Bedeutung von Arbeit: Sie gebe Sinn, stärke das soziale Netz und ermögliche Selbstbestimmung. Menschen mit Behinderungen seien eine wertvolle Ressource – gerade angesichts des Fachkräftemangels. «Wir tun nicht nur etwas für diese Menschen – sie haben Talente und Fähigkeiten, die unsere Wirtschaft braucht», so Kutter. Hürden, sowohl bauliche als auch mentale, müssten konsequent abgebaut werden.

Netzwerk als Brückenbauer

Hans Strittmatter (Arbeitgeber Zürich VZH) und Diego de Pedrini (Vereinigung Zürcherischer Arbeitgeberorganisationen VZAI) stellten im Anschluss das Netzwerk vor. Es richte sich an alle Arbeitgebenden und wolle Brücken bauen, den Erfahrungsaustausch möglich machen und das gemeinsame Lernen vorantreiben. «Es gibt nur Gewinner, wenn man es richtig macht», so de Pedrini. Viele Unternehmen hätten bereits positive Erfahrungen gemacht – entscheidend sei, die Berührungsängste zu überwinden und zu beginnen.

Praxisbeispiele zeigen: Inklusion gelingt, wenn alle anpacken

Mehrere reale Fallbeispiele machten deutlich, wie erfolgreiche Integration aussehen kann:

  • Das Forum BGM Zürich, die SUVA und die IV-Stelle Zürich zeigten anhand eines Servicetechnikers, der nach einem Unfall eine schwere Kopfverletzung davontrug, wie durch Kreativität, Geduld, Jobcoaching und enge Zusammenarbeit eine nachhaltige Wiedereingliederung gelang.
  • Bachofner Kanalreinigungen berichtete über die Reintegration eines Mitarbeitenden nach psychischer Erkrankung. Entscheidend seien Vertrauen, offene Kommunikation und ein Arbeitsumfeld, das Rückschläge aushält.
  • Die ZKB präsentierte ihr langjähriges Integrationsprogramm, das Menschen mit Behinderungen den Einstieg in den ersten Arbeitsmarkt ermöglicht – exemplarisch am Werdegang eines IT-Mitarbeiters mit Sehbehinderung.
  • UBS Disability Advocate Alain Klein zeigte, dass Inklusion auch ohne externe Unterstützung gelingen kann – wenn Offenheit, Transparenz und Geduld auf beiden Seiten vorhanden sind.

Menschenrechte, Strukturen und politische Verantwortung

Vertreter*innen von Pro Infirmis und der Behindertenkonferenz Zürich erinnerten daran, dass Behinderung im menschenrechtlichen Modell durch gesellschaftliche Barrieren entsteht. Die UN-Behindertenrechtskonvention (BRK) verankert das Recht auf Arbeit und Bildung. Im Kanton Zürich leben rund 180’000 Menschen mit Behinderungen – 35’000 davon beziehen eine IV-Rente. Hindernisfreiheit, Abbau von Vorurteilen und Sensibilisierung seien zentrale Voraussetzungen für echte Teilhabe.

Fazit: Inklusion ist ein Gewinn für alle

Der Kick-off zeigte eindrücklich: Inklusion ist kein Randthema, sondern ein zentraler Erfolgsfaktor für die Zukunft des Arbeitsmarkts. Arbeitgebende, Politik und Institutionen sind sich einig – es braucht Mut, Offenheit und strukturelle Veränderungen. Doch die Beispiele beweisen: Wenn alle Beteiligten zusammenarbeiten, gelingt Inklusion – und alle profitieren.

Alle Informationen zum Netzwerk «Inklusive Arbeitgeber» gibt es hier: https://inklusivearbeitgeber.ch/

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