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Pro Infirmis sagt Nein zur Halbierungsinitiative

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Am 08. März 2026 stimmt die Schweizer Stimmbevölkerung über die sogenannte Halbierungsinitiative ab. Die Initiative will die Haushaltsabgabe für Radio und Fernsehen von heute 335 Franken auf 200 Franken senken und Unternehmen vollständig von der Abgabe befreien. Pro Infirmis lehnt diese Initiative klar ab, damit weiterhin barrierefreie Angebote über der gesetzlichen Mindestanforderung garantiert werden.

Bedeutung der SRG für Menschen mit Sinnesbehinderungen

In der Schweiz leben fast eine Million Menschen mit einer Sinnesbehinderung. Für sie ist die SRG von zentraler Bedeutung. Durch Untertitelung, Audiodeskription und Gebärdensprache ermöglicht die SRG diesen Menschen den Zugang zu Information, Unterhaltung, Kultur und Sport. 

Grundlage für dieses Angebot ist die UNO-BRK, welche die Schweiz 2014 ratifiziert hat. Diese verlangt klar eine gleichberechtigte Teilhabe von Menschen mit Behinderungen an Informationen, Meinungsfreiheit und kulturellen Angeboten. Der mediale Service public leitet dafür einen unersetzlichen Beitrag. 

Heute bietet die SRG nach eigenen Angaben diesen Menschen ein Angebot, welches über deren gesetzlichen Pflicht liegt, einen angemessenen Teil der Sendungen für hör- und sehbehinderte Menschen in geeigneter Weise aufzubereiten. 

Gefahr für die Barrierefreiheit

Die Halbierungsinitiative bedroht die finanzielle Grundlage der SRG und damit die Vielfalt und Qualität des medialen Service public in der Schweiz. Welche konkreten Sparmassnahmen bei einer Annahme der Initiative umgesetzt würden, ist heute noch offen.

Es ist aber zu befürchten, dass sich die SRG stärker auf die Mehrheit der Bevölkerung und auf bevölkerungsreiche Zentren ausrichten müsste.  Besonders gravierend könnten die Folgen für Menschen mit Behinderungen sein.

Barrierefreiheit und Gleichberechtigung von Menschen mit Behinderungen dürfen aus Sicht von Pro Infirmis kein Luxus sein, und müssen von der SRG in jedem Fall angeboten werden. In der Realität ist aber zu befürchten, dass ein massiver Sparkurs diese Angebote gefährden wird und nur der minimale Standard aufrechterhalten wird.

Ein Nein im Interesse der Inklusion

Die SRG erfüllt heute nicht nur die gesetzlichen Mindestanforderungen, sondern übertrifft diese nach eigenen Angaben in vielen Bereichen. Diese Leistungen wären bei einer Annahme der Halbierungsinitiative stark gefährdet.

«Ein geschwächter Service public hätte direkte negative Folgen für den barrierefreien Zugang zu Information, Kultur und Unterhaltung. Menschen mit Behinderungen wären davon überproportional betroffen», erklärt Pearl Pedergnana, Co-Präsidentin von Pro Infirmis.

Aus diesen Gründen empfiehlt Pro Infirmis öffentlich ein Nein zur Volksinitiative «200 Franken sind genug!».

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