ÖV ohne Hindernisse: es ist höchste Zeit!

Im Jahr 2004 trat das Behindertengleichstellungsgesetz (BehiG) in Kraft. Es kam mit einer grosszügigen Frist: In 20 Jahren sollten alle Anlagen, Bauten und Fahrzeuge des öffentlichen Verkehrs von Menschen mit Behinderungen autonom und spontan nutzbar sein. Nun ist diese Frist abgelaufen – und die Realität ist enttäuschend: Über 500 Bahnhöfe und gar zwei Drittel aller Bus- und Tramhaltestellen sind noch nicht barrierefrei nutzbar. Dieser Zustand ist seit Januar 2024 gesetzeswidrig. Höchste Zeit, dass sich etwas tut: Gefordert ist der Bundesrat bei der kommenden Revision des BehiG, die ÖV-Branche und auch die Gemeinden und Kantone.

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Mira Fischbacher

Silvio Derungs

5 gute Beispiele für einen hindernisfreien öffentlichen Verkehr

Neuenburg: Auf 22 cm kommt es an

Die neuen Bordsteine der Neuenburger Bushaltestellen sind über die gesamte Länge der Haltestelle 22 cm hoch und ermöglichen Menschen mit Behinderungen ein selbstständiges Ein- und Aussteigen. Die Empfehlungen für den maximalen Abstand zwischen der Haltekante und dem Fahrzeug können eingehalten werden. Das Fahrpersonal wird zudem regelmässig geschult, damit die neue Infrastruktur optimal genutzt werden kann.




Basel: Umbau Tramhaltestelle Bahnhof SBB

Bei der Tramhaltestelle Bahnhof SBB in Basel wurde die Einstiegskante angepasst, sodass Menschen mit Behinderungen ohne Hilfe von Drittpersonen ins Tram ein- und aussteigen können. 


Graubünden: Stufen- und schwellenlos von Chur ...

In Chur ist ein zusammenhängendes hindernisfreies Netz aus Leitlinien, Bushaltestellen und Gebäuden entstanden. Der Busverkehr wird mit der Bahn verbunden. Die Stadtteile werden als zusammenhängendes Fusswegnetz mit Leitlinien an den öffentlichen Verkehr angebunden. 




... bis auf das Weisshorn Arosa auf 2653 m ü. M.

Vom Bahnhof Arosa aus erreicht man mit der Luftseilbahn die Mittelstation. Über eine neue Aufzugsanlage gelangt man auf den Fussweg, welcher stufenlos zur Besucherplattform im Bärenland führt. Das Panoramarestaurant auf dem Weisshorngipfel erreicht man autonom über einen Schrägaufzug.


Schaffhausen: Spaziermeile am Rheinufer

Die 2,5 km lange Strecke entlang des Rheinufers wurde zu einer Spaziermeile ausgestaltet. Dabei wurden auch die Bushaltestellen den geforderten Normen angepasst. Das Rheinufer als repräsentativer Ort von Schaffhausen ist für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen zugänglich geworden.



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